Werkbeschreibung

Die Doppelschule mit getrennten Abteilungen für Jungen und Mädchen entstand im Wohnquartier südlich des Isebekkanals, das in den zwanziger Jahren auf einem vor 1914 erstellten Bebauungsplan bebaut wurde. Der Standort auf der Mitte eines aus zwei freien Block gebildeten Platzraumes erinnert an die Lage der Schumacherschen Schule in der „Jarrestadt“. Auf die ähnliche städtebauliche Situation reagierte Schumacher mit einem ähnlichen Bau, so dass sich der Baukörper der Schule Wiesendamm/ Meerweinstraße (1928 – 29) hier noch einmal wiederholt: Die symmetrischen Hauptfronten mit fünf Geschossen und seitlich eingeschobenen Treppentürmen gleichen sich in Umriss und Volumen. Der Unterschied liegt in der Lage von Turnhalle und Gymnastiksaal, die hier im stumpfen Winkel als eigener Trakt angesetzt sind, und in der Rückkehr zu einer mit dunklen Klinkern verkleideten Lochfassade. Einen modernen und zugleich monumentalen Akzent setzen die in ein von unten nach oben durchlaufendes Glasfenster aufgelösten Ecken der Treppentürme. Vorgestellte kräftige Klinkerpfeiler, die ohne lastenden Balken frei auslaufen, zerteilen es in vertikale Streifen und sorgen für einen harmonischen Ausgleich zu der im Klassentrakt dominierenden Horizontalen. Eine ähnliche Pfeilerordnung gliedert auch die Fronten der Turnhalle. Das flache Dach war als Terrasse ausgebaut. Die Schule entstand mit dem anspruchsvollen Raumprogramm des neuen Schultyps (vgl. Schule Adlerstraße 1928 – 29), erhielt aber zusätzlich über der Turnhalle eine auch für den Stadtteil nutzbare Aula, außerdem in einem östlich anschließenden Anbau eine Zahnklinik für Schulkinder. Heinrich Stegemann malte 1931 die bedeutenden Fresken in der Aula rechts und links von der Bühne.

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Abbildung: cc-by-4.0 Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

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Ort
Hamburg-Eimsbüttel, Bogenstraße/ Schlankreye

Baujahr
1929-31

Auftraggeber
Freie und Hansestadt Hamburg

Quellen
Volksschule Eimsbüttel. In: Bauwelt 20 (1929), Beilage zu Heft 47, S. 7; Hermann Hipp: Harvestehude/Rotherbaum. Hamburg 1976, S. 78, Abb. 74; Hipp: Wohnstadt, S. 85f.
Zustand
Werk erhalten
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301 Volksschule Bogenstraße

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