Sektionssaal der Pathologie im Fritz-Schumacher-Haus

Die Kultursenatorin Barbara Kisseler ist tief beeindruckt von dem Fritz-Schumacher-Haus auf dem Gelände des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE). „Mit dem Gebäude ist Hamburg in Besitz eines wahren Juwels“, sagte sie am Montag nach der Besichtigung des Gebäudes, das derzeit saniert wird. „Es müsste unter Strafe gestellt werden, wenn hier nicht noch mal Geld in die Hand genommen würde.“ (…)

Der erste Abschnitt der Sanierungsarbeiten ist bereits abgeschlossen. Herzstück war dabei die Instandsetzung eines Sektionssaals aus dem Jahre 1926. Dieser soll auch der Mittelpunkt des medizingeschichtlichen Museums werden, als das das Gebäude in Zukunft genutzt werden soll. Zudem sind bereits jetzt eine Ausstellungseinheit zur Geschichte der Tuberkulose und eine Sammlung von rund 600 historischen Moulagen fertig. Moulagen sind Wachsabbildungen von Veränderungen der Haut, die durch bestimmte Krankheiten entstehen. Zwischen 1850 und 1950 wurden solche Nachbildungen als Lehrmaterial verwendet, heute geben sie ein Bild des „Patienten der Vergangenheit“ wieder. Finanziert wurden die bisherigen Maßnahmen durch Sponsoren.

In einem zweiten Bauabschnitt soll nun der Ostflügel des Gebäudes inklusive eines kleinen Hörsaals möglichst originalgetreu saniert werden. (…)

„Das ist ein herausragendes Projekt, das bundesweit seinesgleichen sucht“, sagte Kisseler am Montag. Sie rechne mit einem Publikumserfolg, zudem werde damit eine Lücke in der Hamburger Museumslandschaft geschlossen. Aber auch die Bauwerkpflege als solche würdigte sie: „Denkmalpflege ist ein zentrales Thema in einer Stadt wie Hamburg, die sich als wirtschaftlich stark wachsend wahrnimmt. Denn da kann es schon mal schneller passieren als es gut ist, dass man sich von etwas Altem trennt, um etwas Neuem Platz zu machen.“ Sie fordert in solchen Situationen einen „Moment der Besinnung“. (…)

Bericht von Jenny Bauer im Hamburger Abendblatt vom 27. Juni 2011
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