Statement 19.11.2017 Schule Berne

Nachdem bekannt geworden ist, dass sich der Landesbetrieb Liegenschaftsmanagement und Grundvermögen (LIG) mit der künftigen Verwendung der Schule Berne, Lienaustraße 32 befasst, hat sich eine Initiative gebildet, die am 19.11.17 in einer öffentlichen Veranstaltung ein Konzept für die weitere Nutzung des Schulgebäudes vorgestellt hat.
Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft hat an dieser Veranstaltung teilgenommen und dazu die folgende Presse-Information geliefert.

Statement der Fritz-Schumacher-Gesellschaft zur Schule Berne

Die Schule ist 1930 eingeweiht worden. Jahrzehntelang bildete sie den städtebaulichen, schulischen, sozialen und kulturellen Mittelpunkt der damaligen Gartenstadt Berne, deren Siedlungshäuser ab 1919 entstanden sind. Im eigentlichen Sinne erfüllte die Schule damit sämtliche Funktionen einer „Stadtteilschule“.
Die Schule gliedert sich in zwei Hauptbaukörper: den eigentlichen dreigeschossigen Klassentrakt und eine Turnhalle, die auch außerschulisch als Fest- und Versammlungsraum dienen konnte. Umkleide- und Sanitärbereiche sind – neben der Turnhalle – den südlich unmittelbar angrenzenden Sportfreiflächen zugeordnet.
Konzeptionell und gestalterisch gehört die Schule zur Architektur der damaligen „Nachkriegsmoderne“. Flach gedeckte kubische Einzelbaukörper, spannungsvoll zu einem Gesamtbaukörper zusammen gefasst, spiegeln die unterschiedlichen Funktionen wider: an den horizontalen Fensterbandgruppen lassen sich die Klassenräume ablesen, die Treppenhäuser sind durch geschossübergreifende vertikale Fensterzonen belichtet, so dass diese gemeinsam mit den geschlossenen Wandflächen aus Backstein eine ausgewogene Fassadengliederung bilden. Die Turnhalle enthält beidseitige großflächige, durch schlanke Stahlbetonstützen gegliederte Belichtungsflächen.
Zur Bedeutung der Schule Berne innerhalb des gesamten damaligen Hamburger Schulbauprogramms, bei dem 16 Schulen nahezu gleichzeitig im Bau waren, schreibt Fritz Schumacher 1930 von einem „neuen Schultypus“ sowie „neuen Eigentümlichkeiten des architektonischen Ausdrucks“.
Bei den derzeitigen Überlegungen zu Folgenutzungen für dieses seit August 2016 leerstehende denkmalgeschützte Gebäude muss sicher gestellt bleiben, dass diese dem historischen, inhaltlichen und gestalterischen Anspruch der Schumacher-Architektur gerecht werden. Das vom Verein i.G. „Kultur- und Bildungszentrum Schule Berne (KuBiZ)“ vorgelegte Nutzungskonzept liefert aus Sicht der Fritz-Schumacher-Gesellschaft hierfür eine überzeugende Grundlage.

Claus Kurzweg, stv. Vorsitzender
Hamburg, im November 2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.