Geschichte

Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft e.V. ist 1994 in Dresden gegründet worden. Doch schon früher, vor der Vereinigung beider deutscher Staaten, hatten der ehemalige Vereinsvorsitzende Dr.-Ing. Klaus-Dieter Ebert, ehemaliger Leiter des Hamburger Hochbauamtes und Erster Baudirektor a.D. und sein Stellvertreter Prof. Dr.-Ing. Bernhard Klemm (1995 gestorben), Professor für Architektur an der TU-Dresden, die Idee entwickelt, das Wirken Fritz Schumachers in den beiden Partnerstädten als Grundlage für gemeinsame Aktivitäten zu nehmen.

Die Ergebnisse waren die ersten drei Fritz-Schumacher-Kolloquien:
1990 Kolloquium in Hamburg zu Fragen der Aktualität Fritz Schumachers heute
1991 Kolloquium in Dresden-Hellerau zur Erhaltung und Entwicklung der Gartenstadt und des ehemaligen Festspielhauses von Heinrich Tessenow
1992 Kolloquium in Hamburg zum Thema Großstadtsiedlungen im Umbruch

Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft e.V. befaßt sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen und praxisorientierten Themen aus dem Bereich der Baukultur. Die Gesellschaft hat seit Jahren einen festen Platz in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Werk und der Gedankenwelt Fritz Schumachers. Sie arbeitet an der Erforschung des umfangreichen städtebaulichen, baukulturellen, künstlerischen und literarischen Werkes von Fritz Schumacher.

Die Gesellschaft bemüht sich um die Bewahrung und Pflege des baukulturellen Erbes. Besonderes Augenmerk legt die Gesellschaft auf die weit über 100 erhaltenen Schumacherbauten im Hamburger Raum und in anderen Teilen Deutschlands, die z.B. in Dresden, Leipzig und Bremen noch existieren. Erfreulich ist es, daß immer häufiger Nutzer und Eigentümer von Schumacherbauten die Fritz-Schumacher-Gesellschaft bei Umbaumaßnahmen und Restaurierung ihrer Bauten konsultieren.

Die Auseinandersetzung mit Themen der Baukultur beschränkt sich aber nicht auf die Person von Fritz Schumacher, vielmehr werden jene Persönlichkeiten einbezogen, die die von neuen Ideen und Reformen gekennzeichnete Epoche nach 1900 mitbestimmten. Die Verknüpfung der historischen Erkenntnisse und Erfahrungen mit den aktuellen Geschehnissen im Bereich der Baukultur bestimmt darüber hinaus die Arbeit der Gesellschaft. Die Themen, die im wesentlichen behandelt werden, gehören in die Bereiche Architektur, Stadt- und Regionalplanung, Freiraum- und Landschaftsplanung, Wohnungsbau, Stadterhaltung- und Stadterneuerung, Denkmalschutz und Baugeschichte.

Die Ziele der Gesellschaft werden vor allem verfolgt bzw. vermittelt durch:
• wissenschaftliche Veranstaltungen
• Fritz-Schumacher-Kolloquien
• wissenschaftliche Veröffentlichungen
• Ausstellungen, Vorträge, Lesungne und Führungen
• Gutachten, Beratungen und Stellungnahmen
• Kampagnen

Seit 1990 richtet die FSG mit den „Fritz-Schumacher-Kolloquien“ jährlich wissenschaftliche Tagungen aus. Die Tagungen fanden wechselseitig in den Städten statt, in denen Schumacher gewirkt hat. Das waren bisher die Städte Hamburg, Dresden, Leipzig und Köln. Bremen als Tagungsort steht noch aus.

Mit Hilfe vieler Förderer war es bisher möglich, den jährlichen Tagungen eine Dokumentation mit den Beiträgen und Ergebnissen folgen zu lassen. Neben den Kolloquiums-Dokumentationen hat die FSG noch weitere Veröffentlichungen zu den o.g. Themen herausgegeben.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist die FSG mit diversen Ausstellungen an die Öffentlichkeit getreten. Darunter waren besonders beachtete Ausstellungen mit Originalzeichnungen und -plänen von Fritz Schumacher. Zu den weiteren Aktivitäten zählen Vorträge zu verschiedenen Themen der Baukultur, Lesungen von Texten aus den Büchern Fritz Schumacher und zahlreiche Führungen und Stadtrundfahrten.