Dr. Rudolf Ahnert

Nachruf von Klaus-Dieter Ebert
Dr. paed. Dipl. Ing. Rudolf Ahnert
17. März 1937 – 2. Januar 2015

Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft erinnert sich in Dankbarkeit an Dr. paed. Dipl. Ing Rudolf Ahnert. Er ist für uns überraschend am 2. Januar im Alter von 77 Jahren in Leipzig verstorben. Rudolf Ahnert war Gründungsmitglied des Fritz-Schumacher-Kolloquiums, das als Vorgänger der Fritz-Schumacher-Gesellschaft im Jahre 1990 seine Arbeit aufnahm. Schon vor der Wende waren in Hamburg und in Dresden Gedanken über eine gemeinsame Arbeit über die Persönlichkeit und das Werk Fritz Schumachers angestellt worden. Auch in Sachsen erinnerte man sich an den Architekten und Hochschullehrer, der bis zu seinem Wechsel nach Hamburg im Jahre 1909 Professor an der Königlich Sächsischen Technischen Hochschule gewesen war. Rudolf Ahnert hat von Sachsen aus in der Gründungsphase die Fritz-Schumacher-Gesellschaft aktiv mitgestaltet. Er hat in diesen Jahren als Vorstandsmitglied und stellvertretender Vorsitzender unsere Arbeit maßgeblich gefördert – insbesondere die Kolloquien in Sachsen. Hier bleiben unsere Veranstaltungen in Dresden-Hellerau und in der restaurierten ehemaligen Handelshochschule in Leipzig in lebhafter Erinnerung.

Rudolf Ahnert hat seine ehrenamtliche Tätigkeit in unserer Gesellschaft neben beruflichen Belastungen übernommen, die ihm die Stadt Leipzig abforderte. Er war nach der Wende als Bürgermeister und Dezernent für Planung und Bau verantwortlich. Es ging darum, neue Verwaltungsstrukturen zu entwickeln und zukunftsfähige Ziele für die Stadtentwicklung zu formulieren und einzuleiten. Es erstaunt nicht, dass dabei seine baukulturellen Ansprüche und seine Sorge um die Qualität in der Gestaltung vor allem des erhaltenen und wertvollen Baubestandes eine hohe Priorität einnahmen. Er wandte sich an alle, die an der Sanierung beteiligt waren, auch an die Bürger der Stadt. Er schrieb dazu: „Entscheidend ist…., daß Bauherren und Architekten, daß breite Schichten der Bürger eine gute Baugesinnung erwerben, damit Leipzig , seine Bauten und seine Bewohner im Ausdruck ihres Wesens übereinstimmen.“ (Vorwort zur „Gestaltungsfibel zur Sanierung gründerzeitlicher Bausubstanz in Leipzig“, Herausg. Stadt Leipzig, 1994).

Hier sei außerdem auf zahlreiche weitere Veröffentlichungen über Themen der Baukultur, der Baukonstruktion und der Sanierung von Bauwerken hingewiesen.

Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft hat mit Rudolf Ahnert ein Mitglied verloren, dem wir für seine Arbeit und für seine kollegiale und aktive Zusammenarbeit dankbar sind.

Klaus-Dieter Ebert
Hamburg, im Januar 2015

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