Die Fritz-Schumacher-Siedlung in Hamburg-Langenhorn

In Langenhorn, im Norden Hamburgs, hatte Fritz Schumacher auf Staatsgrund eine Vorortsiedlung vorgesehen. Geplant waren überwiegend Reihenhäuser, später auch Einzel- und Doppelhäuser, außerdem Flächen für den Nahbedarf, eine – zunächst provisorische – Schule sowie Sport- und Spielplätze. Die Planung begann 1918, bereits 1921 war ein Großteil der Siedlungshäuser fertiggestellt. Grundlage des städtebaulichen Konzeptes der damals größten einheitlich gestalteten Siedlung Deutschlands ist ein nahezu orthogonaler Raster mit nordsüdlich ausgerichteten teils ein-, teils zweigeschossigen Reihenhauszeilen. Zu den Wohnungen gehören für die weitgehende Selbstversorgung gedachte Gärten mit rd. 600 qm Grundfläche, die zur Vermeidung übermäßig schmaler Grundstücke jeweils zur Hälfte an den Ost- bzw. Westseiten der Gebäude liegen. Dadurch hat sich eine charakteristische Bebauungsstruktur ergeben, bei der die parallelen Häuserzeilen in der Mitte großer zusammenhängender Grünflächen liegen. Die mit Doppelhäusern bzw. – wenigen – Einzelhäusern bebauten Grundstücke sind an die dazu rechtwinklig, also in Ostwestrichtung verlaufenden Straßen angebunden. Gebaut wurden insgesamt 840 Wohnungen, vorzugsweise für Kriegsteilnehmer und kinderreiche Familien.

Nach dem 1. Weltkrieg waren herkömmliche Baumaterialien, zumal Backsteine, kaum verfügbar; es wurde mit verschiedenen Baustoffen improvisiert und experimentiert. Deshalb konnten die Häuser keine Backsteinverblendung erhalten, sondern sind verputzt und farbig gestaltet worden. Die baukörperliche Gliederung sowie die Fassadengestaltung sind – entsprechend den damaligen Gestaltungsgrundsätzen Schumachers – symmetrisch angelegt. Zwischenzeitliche Überlegungen zu baulichen Verdichtungen bzw. Teilabbrüchen und Neubebauungen sind nicht weitergeführt worden und wären heute aufgrund einer bestehenden Erhaltungsverordnung auch aussichtslos. Damit ist sichergestellt, dass die Siedlung auch in Zukunft in ihrer Einmaligkeit und beispielgebend für andere Gartenstädte bestehen bleibt.

Bestandteil der Fritz-Schumacher-Siedlung ist die ehemalige „Siedlungsschule Langenhorn“, die in den Jahren 1929-1930 erbaut worden ist. Zum 75. Geburtstag ihres Architekten ist sie im Jahre 1944 in „Fritz-Schumacher-Schule“ umbenannt worden. Seit kurzer Zeit befinden sich dort in einem der Haupterschließungsflure drei großformatige Tafeln, die als Dauerausstellung in bildlicher und textlicher Form Informationen zu Fritz Schumacher, zur Schule sowie zur Siedlung enthalten. Der vorstehende Text gibt einen Beitrag wieder, den die Fritz-Schumacher-Gesellschaft dazu geliefert hat.

Claus Kurzweg

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