Am Elisabethgehölz

Stellungnahme zum geplanten Abbruch des Reformblocks „Am Elisabethgehölz“ in Hamm Nord, ein zentraler Bereich im Erbe des 20er Jahre Backsteingürtels

Auf die hohe baukulturelle Bedeutung des Reformblocks am Elisabethgehölz wird spätestens seit dem Beginn der öffentlichen Auseinandersetzung im Jahr 2011 sehr eindringlich und von vielen Seiten hingewiesen. Besonders die aktuellen Voten, die Stellungnahme des Denkmalrates der Kulturbehörde (21.Mai 2014) und die Pressemitteilung der Hamburgischen Architektenkammer vom 25. September, unterstützt die Fritz-Schumacher-Gesellschaft mit dieser Stellungnahme uneingeschränkt.
Über das Ausmaß dieses Konfliktes hinaus, zeigt sich hier ein typisches Dilemma im Umgang mit dem kulturellen Erbe besonders im Maßstab ganzer Quartiere, wie es der Bereich Hamm-Nord als ein zentraler Teil des 20er Jahre „Backsteingürtels“ darstellt. Der komplexe Balanceakt von Schutz- und Entwicklungserfordernissen macht auf ein erweitertes Bewusstsein für die Notwendig- keit des steten Dialogs zum abgestimmten Handeln aufmerksam. Der Backsteingürtel verlangt eine vergleichbare Sensibilität wie die avisierten Welterbestätten Kontorhausviertel und Speicherstadt.
Das Eintreten für anspruchsvolle Verfahren zum Schutz und behutsamer Weiterentwicklung ist zentrales Anliegen der Fritz-Schumacher-Gesellschaft e.V. Daher tagte 2007 das Fritz- Schumacher-Kolloquium zu der Frage der Weiterentwicklung im Backsteinerbe schon unter der Denkhaltung: „Sind die Hamburger Siedlungen der 20er Jahre noch zukunftsfähig?“ Zu diesem Grundtenor ist seitdem ein breites und erfolgreiches Bündnis getreten. Wenn dabei auch das erforderliche Bewusstsein über die Einmaligkeit der 20er Jahre Siedlungen nicht immer zufriedenstellend ist, das ungewöhnliche Ausmaß des Konfliktes um den Reformblock am Elisabethgehölz gefährdet jedenfalls die bereits schrittweise gewachsene Zusammenarbeit zum Backsteinerbe. Die Fritz-Schumacher-Gesellschaft fordert dringend politische und planerische Sonderlösungen – im konkreten Fall des Reformblocks, um den drohenden Abriss zu verhindern.

Hamburg, den 01.10.2014

Für den Vorstand der Fritz-Schumacher-Gesellschaft e.V.
Ivo Krings

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