Zum Raum wird hier die Zeit
@DLF

Eine Lange Nacht über Hamburg
im Deutschlandfunk
„Zum Raum wird hier die Zeit“
Autor: Dirk Meyhöfer
Regie/Webproduktion/Fotos: Jan Tengeler
Redaktion: Dr. Monika Künzel

www.deutschlandfunk.de/…zum-raum-wird-hier-die-zeit…

Es waren die Jahrzehnte des Wachstums, die zu radikalen Einschnitten ins Stadtbild führten. 1842 zählte Hamburg knapp 140 000 Einwohner, 1910 bald ein Million.
Wesentliche Schritte zur neuen Großstadt wurden mit einem neuen Baudirektor verwirklicht. Unter Fritz Schumacher, einem Bremer, der auch in Leipzig und Dresden tätig gewesen war, wurde ab 1906 der Staatsbau reformiert. Dazu gehörten Schulen und Krankenhäuser und auch Feuer- und Polizeiwachen. Sie alle sind stilistisch leicht im Stadtbild zu erkennen: am Ziegelkleid und an der herrschaftlichen Geste, mit gewaltigen Dächern und Dachreitern. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde auch das Netz der Hochbahn, so heißt die Hamburger U-Bahn der vielen eisernen Viadukte wegen, in einem Ring um die Innere Stadt installiert. Sie besorgte den Haupttransport von den neuen Wohnquartieren zu den Landungsbrücken, wo die Hafenarbeiter mit Fähren in den Hafen übersetzten. Fritz Schumacher, der das Amt des obersten Baubeamten an der Spitze der mächtigen Behörde von 1906–1922 und von 1923–1933 bekleidete, schrieb in seiner Autobiografie „Stufen des Lebens“:
„Eines war mir von vornherein klar: Hamburg verlangte einen ganz anderen Baucharakter als ich ihn für Mitteldeutschland anzuschlagen gewohnt war, Ich kannte ja sein Wesen, es saß mir ja auch meiner eigenen Vaterstadt im Blute. Etwas Herbes, Strenges, musste in diesem Klima reifen, zugleich etwas, von den man das Gefühl haben musste, dass Nebel und Seewind ihm nichts anhaben können. Es war mir kein Zweifel, dass nur das alte Baumaterial des norddeutschen Landstriches, der Backstein zu diesem Charakter führen könnte. Ohne viel zu überlegen, sah ich meine Vorstellungen sich ganz von selber aufbauen.“
(…)

Auf der Seite des DLF steht das Manuskript zur Sendung zum Download bereit:
Manuskript als PDF
Manuskript als TXT